Interview: Jesper Andersberg von The Sounds

7. Februar 2012 0
Interview: Jesper Andersberg von The Sounds
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Vor dem Konzert von The Sounds in Köln am 02.02.2012 trafen wir Keyboarder und Gitarrist Jesper Andersberg Backstage in der Live Music Hall zum Interview.
Fotos und Videos vom Konzert findet ihr hier.

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RaR-Blog: Was hört ihr privat für Musik?

Jesper Andersberg: Ich denke wir hören jede Art von Musik. Aber ich war ein großer Fan von alter Musik, als ich ein Kind war und damals hatte ich gerne elektronische Musik gehört wie von „Depeche Mode“ oder „Ultravox“. Aber dann gab es natürlich auch eine Zeit in der ich viel „Goth-Musik“ gehört hatte, wie „The Sisters of Mercy“ und andere Bands. Mit 16 habe ich sehr sehr viel elektronische Musik gehört und bin oft zu einer Party gegangen, die „Virtual Christmas“ welche sehr beaknnt ist hier in Schweden. Zu einer meiner Lieblingsbands in meiner Kindheit gehörte sogar die deutsche Band „And One“.
Damals hörte ich auch viel „Funk-Musik“ und auch Künstler wie „Neil Young“, „Bob Seger“ und „Ben Morrison“ und ähnliche Bands. Im Großen und Ganzen höre ich jede Art von Musik.


RaR-Blog: Die elektronische Musik ist also sehr beliebt in Schweden?

Jesper Andersberg: Die neue elektronische Musik ist doch mehr popiger und ich glaube man kann es nicht mehr nur elektronische Musik nennen.


RaR-Blog: Es ist weit gefächert!?

Jesper Andersberg: Ja genau, sehr weit, aber ich höre eigentlich lieber die ältere elektronische Musik.


RaR-Blog: Gab es ein Album in 2011, welches du sehr gemocht hast?

Jesper Andersberg: Von unseren Alben?


The Sounds - InterviewRaR-Blog: Ein Album, dass du dir gerne angehört hattest.

Jesper Andersberg: 2011 gab es kein Album, was ich wirklich die ganze Zeit gehört hatte.
Aktuell mag ich – glaubt mir oder nicht – Adele´s neues Album! Ich denke, es ist ein echt gutes Album und sie macht einen großartigen Job. Gerade jetzt, wo sich die ganze Musik sehr ähnlich anhört schreibt sie klassische Pop Songs! Dennoch war 2011 ein schlechtes Musikjahr.


RaR-Blog: Der Zeitplan eurer aktuellen Europatour ist ja sehr straff und hat nur wenige Off-Days. Kommt es Aufgrund des Stress und der Nähe nicht zu Streitereien?

Jesper Andersberg: Es gibt immer Streitereien! Klar, wir sind Freunde und machen zusammen unser Geschäft, wo jeden Tag viele Entscheidungen getroffen werden müssen, da bleibt so was nicht aus! Alles von der Setlist, darüber wie spät es werden darf und was wir in der nächsten Zeit machen werden – einfach alles – wie das aufnehmen eines neuen Albums, wer zum Interview geht wird besprochen. Wir verstehen uns, da wir das nun schon seit 14 Jahren machen. Es gibt immer Uneinigkeiten – man muss einfach streiten – aber die halten dich und das interne Klima gesund. Die Band ist wie eine zweite Ehefrau, man muss miteinander streiten und sich aussprechen können, damit man besser miteinander auskommt!


RaR-Blog: Wie sieht ein Tour-Tag aus?

Jesper Andersberg: Das kommt immer drauf an, welche Jahreszeit es gerade ist. Im Moment steht man früh auf, trinkt seinen Kaffee und versucht noch ein bisschen die Stadt zu sehen. Wobei das meistens nur 20 Minuten sind. Aber das kann natürlich auch hart sein, besonders zu Zeit, da es draußen sehr Kalt ist (lacht).
Aber andererseits kann man auch immer andere Dinge machen. In die Stadt gehen macht Spaß, zum Beispiel hier in Köln. Dort sollte man sich auf jeden Fall den Dom ansehen.


RaR-Blog: 2009 wart ihr ja schon mal in Köln.

Jesper Andersberg: Ja das stimmt, wie schon gesagt, der Dom ist sehenswert. Aber es gibt sehr viele schöne Städte in Europa und natürlich auch woanders auf der Welt. Manchmal besorgen wir uns dann Fahrräder und erkunden die Stadt auf diese Weise. Diesen Sommer hatte ich mir selber ein Rad gekauft und war damit unterwegs.


RaR-Blog: Was ist mit dem Essen auf der Tour? Habt ihr ein gutes Catering oder ernährt ihr euch von Fastfood?

Jesper Andersberg: Auch das hängt natürlich davon ab, was für eine Tour man gerade macht. Besonders hier in Europa gibt es gutes Essen. Wenn man dann in den USA auf Tour ist gibt es manchmal Landstriche, wo es sehr schwer ist gesundes Essen zu bekommen und man dann halt Fastfood essen muss. Wir versuchen uns gesund zu ernähren und Fastfood gehört da ja nicht zu.
Aber ich denke auch, dass die Europäer generell kein Fastfood mögen.


RaR-Blog: Es kommt drauf an, natürlich nicht jeden Tag!

Jesper Andersberg: Das meine ich, in Amerika ist es möglich dich die ganze Zeit damit zu ernähren. Deswegen denke ich auch, dass die Europäer sich wesentlich gesünder ernähren.


RaR-Blog: Habt ihr den überhaupt genug Zeit, euch die Stadt anzusehen, weil du sagtest ja, dass meistens nur 20-30 Minuten dafür bleiben.

The Sounds - InterviewJesper Andersberg: Ja, da hast du Recht. Es kommt immer darauf an, wo du das Konzert hast. In diesem Fall ist es von hier aus nicht sehr weit bis in die Innenstadt


RaR-Blog: Ja, man kann fast zu Fuß gehen.

Jesper Andersberg: Wie ich schon sagte, kann man dass dann mit dem Rad machen, oder man steigt in den Zug oder nimmt den Bus. Wir haben dafür leider nicht immer Zeit, aber wir versuchen es natürlich so oft wie möglich.


RaR-Blog: Habt ihr den dann auch genug für private Dinge, wie z. B. die Familie?

Jesper Andersberg: Natürlich, wenn du zuhause bist (lacht). Auf der Tour geht es natürlich nicht so oft, wie man gerne möchte. Jeder von uns hat Familie zuhause aber die Band ist sehr wichtig für uns. Wir kennen uns schließlich seit über 14 Jahren.


RaR-Blog: Die Band ist also wie eine Familie?

Jesper Andersberg: Genau, wie eine Familie und wir sind es gewöhnt zusammen zu sein. Wenn man dann lange zuhause ist, wird man ruhelos.


RaR-Blog: Wie sehen die Pläne nach der Tour aus? Wird man euch auf europäischen Festivals sehen, da ihr bisher für keins Bestätigt seid?

Jesper Andersberg: Wir werden sehr wahrscheinlich auf einigen Festivals spielen, aber nicht auf so vielen wie letztes Jahr! Zurzeit sind wir gerade dabei uns zu entscheiden, was wir in naher Zukunft machen werden. Vielleicht nehmen wir ein neues Album auf, oder wir machen noch eine Tour in Ländern, wo wir bisher noch nicht waren.
Oder wir nehmen uns Zeit für uns und machen eine Pause – nein, nicht wirklich, keine Pause. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass wir ein neues Album produzieren.


RaR-Blog: Spielt ihr lieber auf großen Bühnen, wie 2010 bei Rock am Ring oder doch lieber auf kleinen Bühnen bzw. in kleinen Hallen?

Jesper Andersberg: Es ist eine Kombination aus beiden! Ich meine, während des Sommers macht es sehr viel Spaß auf Festivals zu spielen. Das Wetter ist dann meistens toll und alle Leute sind gut drauf! Aber auf der anderen Seite muss man natürlich auch in kleinen Hallen spielen. Da dort dann wirklich nur die Fans da sind, um dich spiele zu sehen, dass ist das Besondere daran! Dass ist ein ganz anderes Gefühl.


RaR-Blog: Ihr hattet vor kurzem eure Nordamerika Tour. Inwiefern ist es anders in den Staaten zu spielen, als in Europa?

The Sounds - InterviewJesper Andersberg: Als erstes ist zu sagen, dass es natürlich auch innerhalb der Staaten unterschiede gibt. Es ist anders in Texas zu spielen als in New York. Es macht immer sehr viel Spaß verschiedene Länder zu besuchen, aber Europa ist es wieder anders, da es dort so viele verschiedene Kulturen gibt. In den Staaten ist es alles sehr ähnlich.
In Europa kannst du Spanien besuchen und Tapas essen und danach nach Deutschland reisen, wo es dann wieder ganz anders ist, was die Kultur betrifft und auch das Essen. Der große Unterscheid zwischen einer Tour in den Staaten und einer Tour in Europa ist einfach das Essen!


RaR-Blog: In Europa gibt es also die verschiedenen landestypischen Spezialitäten?

Jesper Andersberg: Ja genau! Und es macht Spaß und es ist cool so eine Erfahrung überhaupt zu machen.


RaR-Blog: Erinnerst du dich an etwas spezielles oder sehr lustiges, dass auf der Tour passiert ist?

Jesper Andersberg: Ja, das ist natürlich was lustiges passiert (lacht). Wie zum Beispiel, als wir letztes Jahr in Austin (Texas) waren, hatte ich meinen 30ten Geburtstag. Die Band weckte mich um 8 Uhr morgens irgendwo im Nirgendwo auf und Felix meinte, ich soll nun in Boxershorts zurück reiten. Ich sagte dann nur: Yeah! Fuck Yeah, thats fun!
Aber er meinte dann, dass dies alles nur ein Scherz sei und ich nun Fallschirmspringen gehe! Der Meinet wirklich, dass ich aus einem Flugzeug springe. Das war echt das Beste und Coolste, was ich seit langer Zeit gemacht hatte. Besonders, da ich noch nie vorher gesprungen bin und ich geschworen hatte, es auch nie zu tun. Aber nun gab es kein zurück und 30 Minuten nach dem aufwachen flog ich, das war ein super Tag!


RaR-Blog: Dann brauchtest du also keinen Kaffee? (lacht)

Jesper Andersberg: Oh nein, das war ein wirklich cooler Adrenalin-Kick! Wir machen ständig lustige Sachen, aber es ist manchmal schwer sich an alles zu erinnern. Natürlich sind wir auch auf vielen Partys. Wir waren sogar mal in der Playboy-Villa, da uns der Sohn von Hugh Heffner eingeladen hatte. Wir sind sehr gut mit ihm befreundet. Es war eine tolle Erfahrung, besonders, da nicht viele Leute in die Playboy-Villa reinkommen.


RaR-Blog: Zurzeit seid ihr mit The Limousines und Kids at the Bar auf Tour. Diese waren auch auf der Nordamerika-Tour schon eure Vorbands. Wieso habt ihr euch entschlossen, beide nach Europa mit zu nehmen?

Jesper Andersberg: Wir denken, dass sie gute Eröffnungs-Acts sind und außerdem sind sie coole und nette Leute! Es ist immer wichtig, dass man sich untereinander gut versteht und in Amerika hatten wir eine gute Zeit zusammen, deswegen haben wir sie mitgenommen.


RaR-Blog: Warum auch nicht?

Jesper Andersberg: Genau, warum auch nicht?! Natürlich hätten wir auch irgendjemand anderes mitnehmen können, aber The Limousines ist eine großartige Band, mit der wir gut auskommen.


RaR-Blog: Als ihr 2009 auch hier in Köln gespielt hattet, war eure Vorband Matt & Kim. Habt ihr noch Kontakt zu den beiden?

Jesper Andersberg: Natürlich! Sie kamen uns auf unserem Konzert in New York besuchen. Die beiden sind wirklich toll.


RaR-Blog: Als ich sie beim Konzert sah, mochte ich die beiden sehr, besonders, weil man ihnen ansah, dass sie Spaß daran haben, was sie machen.

Jesper Andersberg: Ja, die Beiden haben immer eine gute Zeit auf der Bühne, aber natürlich auch hinter der Bühne. Wir wünschen Ihnen alles Gute!


RaR-Blog: Das aktuelle Album „Something To Die For“ ist das erste Album, welches ihr komplett eigenständig produziert hattet. War das schwer für euch, oder könnt ihr sagen, dass ihr damit viel Spaß hattet?

Jesper Andersberg: Ich denke es war nicht so schwer, weil wir die älteren Alben auch schon selber mit produziert hatten. Wir hatten damals natürlich noch andere Leute dabei, die uns halfen. Die Zeit war wohl das größte Problem. Wenn du genug Zeit hast und keinen der dir sagt, dass du voranmachen sollst, hältst du dich zu lange an etwas auf. Zum Beispiel alleine für den Gitarrensound haben wir eine Woche benötigt.
Es war eine harte Herausforderung für uns, alles passend zu machen. Andererseits wussten wir natürlich, was wir machen müssen. In Malmö im Studio haben wir an dem Album gearbeitet.


RaR-Blog: Gab es viele Ideen, die ihr nicht umsetzen konntet bzw. viele Songs, die es nicht auf das Album geschafft haben?

Jesper Andersberg: Natürlich, gibt es immer mehr Songs zur Auswahl, als dass es alle auf das Album schaffen. Der Hauptgrund war, dass die Songs natürlich zum Album passen sollen, deswegen werden die restlichen Songs vielleicht auf dem nächsten Album erscheinen. Dadurch entsteht dann ein anderer Sound. Wir wollen sowieso neue Dinge ausprobieren, um zu sehen, wie und ob diese funktionieren.
Man Darf keine Angst davor haben zu versagen, denn man wird niemals Erfolg haben, wenn man keine Risiken eingeht. Deswegen denke ich, ist es sehr interessant mal verschiedene Sachen aus zu zuprobieren. Lassen wir uns für das nächste Album überraschen.


RaR-Blog: Das Album ist elektronischer geworden, als die Alben zuvor. Wie kam es dazu, diesen Weg zu gehen?

The Sounds - InterviewJesper Andersberg: Das liegt daran, dass wir uns nicht wiederholen wollen. Man kann nicht immer dieselben Songs schreiben und du musst einfach neue Sachen ausprobieren.


RaR-Blog: Ihr wollt euch weiter entwickeln?

Jesper Andersberg: Exakt. Man muss seinen Geist und seine Gefühle weiter entwickeln und deswegen musst du etwas neues Versuchen, dass dir gerade in diesem Moment als richtig erschein, selbst wenn es später in der Zukunft nicht ganz passt.
Du musst es einfach fühlen, dass es was anderes ist, anstatt sich immer und immer wieder selbst zu wiederholen. Ich denke, dass ist sehr wichtig für jede Band. Natürlich gibt es auch Bands die es nicht machen müssen und sich nicht ändern wie „AC/DC“. Das funktioniert für diese Bands, aber einfach nicht für uns. Wir wollen einfach mehr in die elektronische oder rockigere Richtung gehen. Wir müssen einfach verschiedene Dinge ausprobieren um zu wachsen und weiter Songs zu schreiben.


RaR-Blog: Was können wir von The Sounds erwarten?

Jesper Andersberg: Genau das ist der Knackpunkt! Vielleicht machen wir ein Album welches mehr vom Punk beeinflusst ist, oder eins, dass houselastiger ist – mmhhh nein, kein House! Es wird vielleicht ein Punk oder Rock Album werden oder wir machen dann wieder etwas komplett anderes – Aber es wird typisch The Sounds werden!


RaR-Blog: Gehst du gerne auf Konzerte, wenn du mal nicht auf Tour oder im Studio bist?

Jesper Andersberg: Oh ja, ich versuche es natürlich, da ich gerne auf Konzerte gehe! Das letzte Konzert, das ich besucht hatte war von „Mariachi El Bronx“. Sie spielen immer 2 Shows pro Abend und zuerst wird Mariachi-Musik gespielt wie in Spanien und anschließend wird es dann punkiger. Es ist wirklich gute Musik und ich kann diese Band nur empfehlen!


RaR-Blog: Vielen Dank für das Interview!

 

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