Review: die ärzte – 26.05.2012 Oberhausen König-Pilsener Arena

29. Mai 2012 3
Review: die ärzte – 26.05.2012 Oberhausen König-Pilsener Arena
titus.de

Am 26.05 ging es schon frühzeitig zum die ärzte-Konzert nach Oberhausen. Es sollte voll werden, denn wie auch am Vortag war das Konzert in der Königs-Pilsener-Arena offiziell ausverkauft. Als wir dann gegen 16:00 Uhr am Haupteingang ankamen war es merkwürdig leer. Nur vereinzelte Fans standen vor dem Eingang und das ca. 1 ½ Stunden vor dem Einlass. Es war sehr heiß, wir genossen erst Mal eine Abkühlung in Form eines kalten Gerstensaftes, bis uns dein ein Security darauf aufmerksam machte, dass der Eingang für den Stehplatz ein anderer wäre. Also machten wir uns auf zum Nebeneingang wo dann doch schon zahlreiche Fans sich in der Sonne bräunten. Richtige Stimmung kam vor Einlass aber nicht auf. Das normale Fangegröhle fehlte völlig. Vielleicht lag es ja an der Hitze.

Vor der Halle wurden jedenfalls wie schon auf den letzten Touren „Städte-Shirts“ verkauft. Vorne stand die Stadt (in unserem Fall also „Oberhausen“) und hinten „die ärzte“ sowie „38b“. Etwas Merkwürdig sieht das Shirt schon aus. Extrem „fanboymäßig“ und etwas weit hergeholt. „38b“ steht nämlich für die Hausnummer der WG in der Bela und Farin damals in Berlin zusammen wohnten. Kurz nach 17:30 ging es dann endlich in die Halle.  Kein Gedränge, kein Geschiebe. Die Securitys trennte die Warteschlange immer wieder, damit alles in Ruhe ablaufen konnte. Einer der wohl wenigen guten Entscheidungen  des Securityunternehmens vor Ort. Nach dem abtasten musste man dann sein liebgewonnenes Hardticket abgeben. Sinnlos wie wir finden! Bei jedem Verlassen des Innenraums bekam man nämlich wieder ein Hardticket in die Hand gedrückt, damit man später wieder in den Innenraum gelassen wurde. Hätte man nicht hier einfach sein eigenes Hardticket behalten können? Man hätte es ja immer vorzeigen könne. Was für ein Sinn machte also die Abgabe und wieso wurde das Ganze nicht mit Bändchen geregelt? Eine weitere schlechte Entscheidung war das Fehlen von Wellenbrechern.

Die Halle war nicht die kleinste, das Mischpult des Lichtmanns war weit hinten in der Halle installiert. Bei heftigen gedrückte und gepoge wär das sicherlich für die ersten Reihen etwas gefährlich geworden. Auch Farin Urlaub ist dies aufgefallen und bemängelte dies später beim Konzert. Bevor wir in der extrem gekühlten Halle auf dem Beginn des Konzertes warteten, verschlug es uns in den Hallenumlauf. Die beste Band der Welt bietet auf der „Das Ende ist noch nicht vorbei“-Tour Mitschnitte des Konzertes für 20 Euro an. Vor dem Konzert konnte man einen „Voucher“ erwerben, mit dem man sich nach dem Gig einen Mitschnitt auf einem USB-Stick abholen konnte.

19:30 ging es dann endlich los. Farin kam auf die Bühne und sagte K.I.Z., die als Supportact spielten, an. Das Publikum war erst noch sehr euphorisch, aber es war klar das die Hip-Hopper es bei den Rockern schwer haben würde. Auch in unserem Interview hatten Maxim und DJ Craft im Vorfeld schon einige Bedenken geäußert. Nach dem zweiten Lied gab es dann die ersten „Buh“-Rufe. K.I.Z. haben sich viel Mühe gegeben und eine extra auf die „Punks“ abgestimmte Setlist erstellt. Leider kam es bei einigen trotzdem nicht gut an. Als der Song „Klopappier“ dann gespielt wurde, nahem wir es selbst in die Hand und starteten mit Pogo. Die allgemeine Stimmung verbesserte sich auch nach den ersten Songs trotzdem nicht. Da musste schon Bela B. persönlich erschienen um K.I.Z. aus der Patsche zu helfen. Bela sang mit K.I.Z. „Hölle“ als letzten Song.

Nach den Umbauarbeiten war die Bühne von einem roten Vorhang verdeckt, wie man ihn aus Theatern oder alten Kinos kennt. Nach einem wirklich gelungenem Intro, beidem ein Ansager die Fans ziemlich auf die Folter spannte (es gibt auf der Tour wohl mehrere verschiedene Intros) fiel der Vorhang. Wie auch bei den letzten Konzerten wurde die Show mit „Ist das noch Punkrock?“, „Bettmagnet“ und „Tamagotchi“ eröffnet. Man merkte gleich, dass die neuen Songs nicht so gut ankamen. Die Fans waren sehr zurückhaltend.  Nach der Begrüßung ging es dann mit „Hurra“ weiter. Der Track kam schon besser an, die Konzertbesucher zeigten endlich mal ein paar Bewegungen.  Doch alles in allem kamen die Fans nicht richtig in die Gänge. Getanzt und gedrängt wurde wenig, nach einer halben Stunde klafften im ersten Drittel der Halle sogar einige Löcher in den Zuschauerreihen.  Man konnte normal und mit viel Platz um sich herum stehen – sehr gewöhnungsbedürftig für ein Konzert der besten Band der Welt. An was lag diese miese Stimmung nur? Wurden zu vielen neuen Songs gespielt? Lag es vielleicht an den vielen Textaussetzer von Bela und Farin oder war das ständige gequassel diesmal zu viel des Guten? Wir wissen es nicht. Doch es gibt genügend Stellen die man bei der Tour noch einmal überdenken sollte.

Auch das Bühnenbild war sehr minimalistisch gehalten. Die drehbaren Würfel des Männerkonzertes im letzten Jahr in Dortmund waren wieder mit dabei, auch Videowände gab es an der Seite der Stage, jedoch wurden diese bei zu wenig Liedern genutzt. Die meiste Zeit blieben die Screens aus. Mit Songs wie „Ein Lied für Dich“, „Deine Schuld“. „1/2 Lovesong“, „Schunder-Song“, „Wie es geht“, „Meine Freunde“, „Ignorama“ und „Ist das alles?“  wurden auch ältere Hits gespielt.  „Schrei nach Liebe“ durfte natürlich auch nicht fehlen. Bei der Ansage gab es dann einen Seitenhieb nach Düsseldorf zu den Toten Hosen, die an diesem Abend wohl das Lieblingsopfer der Band darstellten. Es kamen immer wieder Anspielungen zum Thema „Tage wie diese“.

Mit „Mein kleiner Liebling“ wurde zudem noch ein ziemlich selten gespielter Song performt. Nachdem bei den ersten Konzerten der Tour die aktuelle Single „M&F“ gar nicht gespielt wurde, was man eigentlich nicht nachvollziehen kann, wurde der Track an diesem Abend komplett gespielt. Leider war dieser Song der schwächste des ganzen Abends. Sehr witzig war die Zugabe von „Dinge von denen“ , bei der Farin als Schwein und Bela als Elefant verkleidet auf die Bühne kamen um Rod beim spielen zu verwirren.  Nach dem Konzert ging es dann wieder zurück zum Mitschnittstand. Die Ausgabe ging schnell und reibungslos. Schade war jedoch das es in der gesummten Halle nur einen Stand für die USB-Sticks gab. Unsere nächste Station der die ärzte- Tour wird Köln sein. Wir sind gespannt was sich bis dahin noch so alles ändern wird.

Bewertet unsere Review bitte auch bei den Tour-Reportern auf bademeister.com

Setlist

01. Ist das noch Punkrock?
02. Bettmagnet
03. Tamagotchi
04. Hurra
05. Lied vom Scheitern
06. Ein Mann
07. Ein Lied für Dich
08. Wir sind die Besten
09. We will rock you (Queen-Cover) (angespielt)
10. Deine Schuld
11. Anti-Zombie
12. Sohn der Leere
13. Das finde ich gut (angespielt)
14. 1/2 Lovesong
15. Freundschaft ist Kunst
16. Heulerei
17. Schunder-Song
18. Fiasko
19. Wie es geht
20. Mein kleiner Liebling
21. Lasse redn
22. Du willst mich küssen
23. Perfekt
24. Meine Freunde
25. Ignorama
26. Schrei nach Liebe
27. Ist das alles?
28. Rebell

1. Zugabe
29. Tittenmaus
30. M&F
31. Cpt. Metal
32. Unrockbar

2. Zugabe
33. Dinge von denen
34. Geld
35. Zu spät

Zugabe 3:
36. Himmelblau
37. ZeiDverschwÄndung
38. Junge

 

Videos

K.I.Z. feat. Bela B. „Hölle“ live @ König Pilsener Arena Oberhausen
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Intro & Ist das noch Punkrock live @ König Pilsener Arena Oberhausen
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Mein kleiner Liebling live @ König Pilsener Arena Oberhausen
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Tittenmaus live @ König Pilsener Arena Oberhausen
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M&F live @ König Pilsener Arena Oberhausen
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Junge live @ König Pilsener Arena Oberhausen
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Fotos



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3 Comments »

  1. Archeo Pix 29. Mai 2012 um 15:33 - Reply

    scheint ja nicht so berühmt gewesen zu sein…

  2. Nils Luerweg 29. Mai 2012 um 15:42 - Reply

    was haben die den in richtung hosen so erzählt? irgendwelche genaueren erinnerungen?? 😀

  3. Lisa Evoluer 30. Mai 2012 um 13:13 - Reply

    Ehrlich gesagt fand ich das Konzert gar nicht so schlecht- im Gegenteil! Ich frage mich auch, wo während den Ärzten keine Stimmung war? Vielleicht ist es Geschmacksache…
    Das KIZ nicht ankommen war ja eigentlich auch kein Wundern, aber die gehörten für mich auch nicht zum Konzert….
    Zudem ist es verständlich, dass die Stehplatz-Tickets eingesammelt wurden beim betreten des Bereichs- sonst hätte man über den Zaun zur Tribüne ganz einfach die Tickets an andere Konzertbesucher geben können und es wäre kaum noch jemand auf der Tribüne gewesen, dafür wäre zu wenig Platz im Stehbereich gewesen… Aber ich stimme zu: Es hätte mit Bändchen gelöst werden können 🙂

    LG

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