Review: Jennifer Rostock – 11.02.2014 Köln Palladium

14. Februar 2014 0
Review: Jennifer Rostock – 11.02.2014 Köln Palladium
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Am 11. Februar machte Jennifer Rostock mit ihrer „Schlaflos Tour“ Halt im Kölner Palladium.

Jennifer RostockEs sollte ein Abend voller Spaß, Musik und Alkohol werden. Man könnte fast behaupten, dass in Köln zur Ladies-Night eingeladen wurde, denn der Großteil des Publikums bestand an diesem Abend wohl aus  Konzertbesucherinnen. Männer wurden hier und da zwar auch gesichtet, jedoch waren sie klar in der Minderheit. Deutlich wurde dies spätestens bei den zahlreichen Parts die im Zusammenspiel mit der Band alleine von den Fans gesungen wurden. Doch der Reihe nach.

Den Anfang machten Marathonmann aus München, die bei der aktuellen Tournee als Supportact fungieren. Die Post-Hardcore-Band erinnerte uns am ehesten an Turbostaat, obwohl Marathonmann im Vergleich doch eher poppigere Töne zum Besten gab. Den warteten Fans gefiel die Show jedenfalls sodass die Band am Ende ihres Auftrittes mit einem breiten Grinsen und unter großem Applaus die Stage verließen.

Jennifer RostockKurz nach 21:00 Uhr betraten dann Jennifer Rostock bei halbdunklem Licht nach und nach die Bühne. Drummer Chris Kotze machte den Anfang. Jeder Schlag auf seinen Drums wurde mit hellen Lichteffekten unterstrichen. Als dann der schwarze Vorhang im hinteren Teil der Bühne fiel komplettierte Frontfrau Jennifer Weist, die auf einem Podest zum Vorschein kam, die Anwesenheit der Band. Die Fans im künstlich verkleinerten und nicht ganz ausverkauften Palladium waren aus dem Häuschen. Jetzt ging es also endlich los. Mit „Phantombild“ sang die Band zum Auftakt direkt einen sehr energischen Song. Für den Hingucker des Abends sorgte auf jedem Fall Jennifer Weist mit ihrem sehr engen Outfit, die bei diversen Tanzeinlagen wohl so manches Männerherz hat höher schlagen lassen.

Weiter ging es mit Songs wie „Es tut wieder weh“, „Nichts tät ich lieber“ und „K.B.A.G.“. Immer wieder gönnte sich die Band kleinere Pausen um den Alkoholpegel zu halten. So wurde diverse Male mit kleinen Schnäpsen wie „Mexicana“ oder „Pfeffi“ auf den Abend angestoßen.

Jennifer RostockNeben witzigen und teilweise auch zweideutigen Unterhaltungen mit dem Publikum sowie mehrere Busenblitzer der weiblichen Fans zeigte die Band auch ihre ernste Seite. Mit dem Song „Ein Schmerz Und Eine Kehle“ wurde es politisch. Der Track passt zu der derzeit stattfindenden Olympiade und der Diskussion um die homophobe Politik Russlands wie die Faust aus Auge. Weiter wurde bei der Präsentation des Songs die Haltung der Band nochmals visuell durch das schwenken einer Regenbogenfahne unterstrichen.

Für den Song „Feuer“ holte sich Jennifer Weist zwei angeblich textsichere Fans auf die Bühne, die aus dem Track ein Battle machen sollten. Am Ende des Liedes stimmte das Publikum ab wer seinen Job besser gemacht hatte. Da jedoch beide Damen vor Aufregung mehr als einen Texthänger hatten war die Entscheidung gar nicht so leicht. Neben einem Schnaps durfte sich die Gewinnerin über einen Gutschein für den Merchandisestand freuen.

Jennifer RostockWeitere Songs waren unter anderem „Ich kann nicht mehr“, „Der Kapitän“ und „Du willst mir an die Wäsche“. Auch eine Coverversion des Miley Cyrus-Songs „Wreckingball“ gaben Jennifer Rostock zum Besten. Nach guten zwei Stunden und zwei Zugaben beendete die Band mit den Songs „Mein Mikrofon“ und „Schlaflos“ ihr Set.

Nach vier Studioalben haben Jennifer Rostock ein weites Portfolio an Songs mit dem sie auch live begeistern. Neben schnellen Liedern die zum Party machen einladen kann die Band auch anders. Romantische Songs gehören genauso zum Repertoire wie politische Statements. Jennifer Rostock setzten sich nicht nur in ihren Songs gegen Rechtsextremismus und für die Stärkung der Rechte von Homosexuellen ein. Hier ist über die Jahre ein enges Band zwischen den Musikern und ihren Fans gewachsen. Die Botschaft kommt an. So feierten an diesem Abend auch eine große Maße an gleichgeschlechtlichen Paaren im Palladium dieses stimmungsvolle Konzert einer Band die an diesem Abend wirklich überzeugen konnte.

Setlist

01. Phantombild
02. Es tut wieder weh
03. Nichts tät ich lieber
04. K.B.A.G.
05. Ich kann nicht mehr
06. Echolot
07. Ein Schmerz und eine Kehle
08. Der Kapitän
09. Tauben aus Porzellan
10. Feuer
11. Der blinde Passagier
12. Du willst mir an die Wäsche
13. Himalaya
14. Das Schiff versinkt
15. Wreckingball (Cover)
16. Du nimmst mir die Angst
17. Es war nicht alles schlecht

1. Zugabe:
18. Zeitspiel
19. Kopf oder Zahl
20. Mein Mikrofon

2. Zugabe:
21. Schlaflos

Fotos

Jennifer Rostock

Marathonmann

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