Review: Rock´n´Heim 2013

Von Freitag den 16. bis Sonntag den 18. August 2013 fand am Hockeheimring die Premierenausgabe des Rock’n’Heim Festivals statt. Dort wo sonst Rennfahrer ihre Reifen qualmen lassen, wurde für das Festival Platz für 2 Bühnen und den dazu gehörigen Bierständen gemacht. RockamRing-Blog.de war dabei.

Rock´n´Heim 2013Den Auftakt machte Zebrahead. Mit einem Knall begannen sie die Bühne zu rocken und machten ihrem Motto unpolitisch zu sein und einfach Spaß zu haben alle Ehre. Besonders bewies diese Einstellung der eigens mitgebrachte Barkeeper. Das Feuerwerk ging weiter mit Bonaparte und ihrer ausgeflippten Bühnenshow, welche nicht nur ihre Fans durch totale Reizüberflutung begeisterte. Höhepunkt des Tages war das Konzert der die ärzte, die mal wieder ihre grandiosen Livefähigkeiten unter Beweis stellten. Weiter ging es mit den Dänen von Volbeat die u. a. mit ihren Hits wie „Fallen“ oder Heaven nor Hell“ die Massen verzauberten. Zur gleichen Zeit wurde zudem die etwas kleinere Revolutionstage mit Robert DeLong eingeweiht.

Rock´n´Heim 2013Das eine Festivalbühne auch anderweitig genutzt werden kann zeigte der Veranstalter im Anschluss des Volbeat-Auftritts auf der Hauptbühne, die als Open-Air Kino für den zum Musikfest passenden Film „Der Planet Der Affen: Prevolution“ diente.

Auf der anderen Seite des Festivalgeländes ging die Party mit Franz Ferdinand, die sich in den letzten Jahren sehr rar gemacht hatten und Knife Party weiter.

Rock´n´Heim 2013Nach einer kurzen Nacht auf dem lauten Campinggelände erwartete uns am Samstag ein hammermäßigen Programm. Ein Knallerkonzert jagte das nächste. Angefangen mit Long Distance Calling, die für The Pretty Reckless kurzfristig eingesprungen waren. Zwar ein optischer Verlust aber keinesfalls eine musikalischer. Weiter ging es mit einer schweißtreibenden Show von Enter Shikari, dessen Sänger Roughton „Rou“ Reynolds das gefühlte halbe Konzert im Publikum verbracht hat. Er lief sogar soweit ins Publikum rein, dass das Kabel seines Mikrofons dabei zerriss. Dem sensationellen Auftritt von Biffy Clyro, der vor allem die weiblichen Zuschauer begeisterte, folgten Deftones. Die enorme Energie des Sängers Chino, zerstörte mehrere Mikrofone. Seine drei Versuche in die Menge zu springen und sich von der Fanmassen tragen zu lassen verliefen eher schlecht als recht. Rock´n´Heim 2013Man hatte das Gefühl als ob bei der Band an diesem Tag nicht alles zur ihrer Zufriedenheit verlief. Zum Überfluss schmiss Bassist Sergio Vega am Ende des Auftritts voller Wut sein Instrument in den Graben.

Es folgte ein legendärer Auftritt von Tenacious D, die mit einem selbstgedrehten Video ihr Deutsch demonstrierten, was für viele Lacher sorgte. Sie beendeten ihr Konzert mit der schönsten Ballade überhaut „Fuck her Gently“. Höhepunkt des Tages war das heißersehnte Konzert von System Of A Down. Die Jungs haben nichts von ihrer Genialität eingebüßt, genauso wie erwachtet. Trotz des sehr kurzen Auftritts wurden sie von den Fans an der Evolution Stage kräftig gefeiert.

Rock´n´Heim 2013Die Party war allerdings noch lange nicht vorbei. Denn auf der Revolution Stage wartete Casper auf seinen Gig. Trotz seines Hip Hop-Einflusses hat er es geschafft das Publikum zu begeistern. Rocker wie Hipster gingen total steil. Nero beendete die Nacht mit ihren Elektrobeats. Hier brachten nicht nur ihre eigenen Songs sondern auch mehrere Covers die Menge zum toben.

Der letzte Tag begann mit Regen. Zum Glück wurden vom SWR, wie von Rock am Ring bekannt, Regenponchos verteilt, wodurch die Menge sich Rot färbte. Dank der Ponchos und dem andauernden Regen, der die Fans nach zwei wirklich heißen abkühlte, konnte das Festival mit einer phänomenalen Stimmung fortgesetzt werden. Angefangen mit deutschen Metal von Callejon, gefolgt von Awolnation. Rock´n´Heim 2013Die Bands setzten zwar auf ein simples Bühnenbild, brachten dafür aber durch ihre Musik die Menge zum Tanzen. Bei Songs wie „Sail“ gab es vor der Bühne kein Halten mehr und die ganze Crowd drehte im wahrsten Sinne des Wortes durch. Weiter ging es mit deutschen Bands wie Heaven Shall Burn und Kraftklub. Felix, der Sänger von Kraftklub, wird nach diesem Abend wohl nie wieder versuchen ins Publikum zu springen. Bei seinem Versuch bei Rock’n’Heim verlor er seine Socken, seine Schuhe und fast auch noch die Hose. Dagegen war der Auftritt bei Rock am Ring 2013, bei dem eh nur einen Schuh verlor, wohl Zuckerschlecken. Rock´n´Heim 2013Wir glauben Kraftklub hat bis jetzt kein verrückteres Publikum erlebt als in Hockenheim. Auf der Revolutionstage ging es derweil mit Modestep weiter, einer der wenigen Dubstepbands der Welt. Wieder einmal zeigte sich, dass auf einem Rockfestival nicht nur Rockmusik die Stimmung ausmacht. Bei dem einzigen deutschen Festivalauftritt von Nine Inch Nails in diesem Jahr, zeigten die 5 Bandmitglieder mir ihrer eindrucksvollen Lichtershow und ihrer beweglichen Bühne ihre Leidenschaft für Musik. Dies begeisterte die ganze Festivalmenge. Abgeschlossen wurde Rock’n’Heim 2013 von der Performance von Seeed auf der Revolution Stage. Ein letztes Mal tanzten sich die Leute die Seele aus dem Leib und feierten so das Ende der durchaus gelungenen Premierenausgabe.

Rock´n´Heim 2013Generell kann an der Organisation des Festivals noch einiges verbessert werden, was aber verständlich ist, denn nichts ist Perfekt beim ersten Mal. Besonders ist hier der Einlass an der Hauptbühne zur ersten Welle am Abend zu bemängeln. Ein vernünftiges Ein- und Ausgangssystem wäre hier wünschenswert. Trotz allem war die Stimmung an allen drei Tage auf dem Höhepunkt. Wer nicht auf Pogo, laute Musik und verrückte Typen stand, war eindeutig fehl am Platz. Neben den Konzerten gab es mehrere Überraschungen wie Holischlachten, der Auftritt der Jägermeister-Blaskapelle, Motoradstunts sowie ein Open-Air Kino. Der Mix aus Hip Hop, Rock und Elektro war für uns keinesfalls ein Nachteil sondern viel mehr eine Bereicherung. Bitte mehr davon. Wir freuen uns wenn es heißt „The Return of Rock’n’Heim 2014“.

 

Fotos

Tag 1: Freitag

Zebrahead

Bonaparte

die ärzte

Volbeat

Franz Ferdinand

Tag 2: Samstag

Biffy Clyro

Enter Shikari

Deftones

Tenacious D

System Of A Down

Casper

Tag 3: Sonntag

Callejon

Awolnation

Heaven Shall Burn

Kraftklub

Nine Inch Nails

Modestep

Seeed

Impressionen des Festivals

 



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