Review: Rock am Ring 2014

15. Juni 2014 2
Review: Rock am Ring 2014
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Rock am Ring 2014Den ersten Festivaltag starteten die meisten Camper gewohnt mit Bier, Flunkyball oder Bierpong. Schon vor dem Start des Festivals herrschte an manchen Ecken der Campingplätze das pure Chaos sowie große Freude auf das was uns alle in den nächsten Tagen erwartete. Die Ringrocker feierten bereits schon in den Morgenstunden auf den Plätzen eine fette Party. Um 16:45 Uhr ging es dann auch endlich auf dem Festivalgelände los. Falling In Reverse hatten die Ehre das Wochenende kraftvoll zu Eröffnen. Mit Pennywise folgte dann bereits das erste Highlight. Es war schon überwältigend als 85 000 Besucher „Bro Hymn“ wie aus einem Mund sangen und der Song auf dem ganzen Gelände zu hören war. Rock am Ring 2014Mit The Offspring ging es nicht weniger spektakulär weiter. Die US-Punker, die in diesem Jahr das 20. Jubiläum ihres Hitalbums „Smash“ feiern, spielten eben jenes komplett. Natürlich durften da neben „Self Esteem“ auch Songs wie „Why Don’t You Get a Job?“ oder „Pretty Fly (For a White Guy)“ nicht fehlen. Die Bandmitglieder von Headliner Iron Maiden sind zwar etwas in die Jahre gekommen aber wissen trotzdem oder gerade deswegen wie man die Massen richtig gut unterhält. Die Band um Frontmann Bruce Dickinson brachte am Abend die Bühne zum Beben. Rock am Ring 2014Der zweistündige Auftritt hatte alles zu bieten was das Rockerherz begehrt. Bekannt ist die Band, neben ihren Tracks, auch für ihre aufwändige Bühnenshow, die zu jedem Track eine Überraschung auf der Bühne bot. Die Ringrocker feierten zudem den Geburtstag des Drummer Nicko McBrain. Kurz vor Ende des Sets stimmte die Menge „Happy Birthday“ an und machten damit diesen Gig für den Musiker sicher unvergessen. Nach einer Stunde Pause wurden dann ganz andere Töne angestimmt als der Special Guest zur späten Stunde die Center betrat. Es handelte sich um Cro, dessen Teilnahme an Rock am Ring ein gutgehütetes Geheimnis war. Trotzdem wusste die User unseres Blogs schon seit Mittwoch, dass es sich bei dem geheimen Act um den Pandarapper handelte, da wir dazu im Vorfeld bereits einen entsprechenden Beitrag mit einem geleakten Foto veröffentlichten. Rock am Ring 2014Obwohl Cro nicht wirklich in das bisherige Tagesprogramm passte machte der Stuttgarter doch mit bekannten Songs wie „Easy“, „Du“, „Whatever“ und seiner neuen #1 Single „Traum“ mächtig Stimmung. Nach 40 Minuten war das kurze Intermetzo, welches wohl als Promoaktion seines neuen Albums „Melodie“ gedacht war, schon vorbei. Danach feierten die Fans zu den Acts Rudimental und Klangkarussel bis tief in die Nacht.

Am Festivalfreitag nahm die Hitzeschlacht vor den einzelnen Bühnen dann noch einmal Fahrt auf. Bei bestem Open Air-Wetter startete die Festivalgemeinde mit Acts wie Battlecross, Lonely The Brave und Rival Sons in einen konzertreichen Tag. Wie so oft bot der Ring auch heute wieder für jeden Geschmack etwas. Rock am Ring 2014Die Clubstage wurde diesem Tag von den härteren Tönen dominiert. Neben bekannten Acts wie Mastodon, Architects, Suicide Silence oder Of Mice & Men konnten auch die japanischen Bands Coldrain und Crossfaith überzeugen. In der Nacht rockte die Menge dann noch heftig zu Clubstage-Headliner Anthrax. Die Alterna brauchte etwas Zeit um warm zu werden. Der Frontmann von Lonely The Brave zeigte sich wenig erfreut über die noch so leeren Zuschauerbereiche am Mittag. The Brain Jonestown Massacre hatte zu Beginn ihrer Stagetime mit technischen Problemen zu kämpfen, was bei einem 20-minütigen Slot und einem strengen Zeitplan natürlich sehr bitter ist. Gute Stimmung kam dann erstmals bei The Fratellis auf. Bei Hits wie „Chelsea Dagger“ tobte die Menge. Weiter Acts waren hier Portugal. The Man, AWOLNATION und Gogol Bordello. Rock am Ring 2014Am Abend lieferten Editors und Queens Of The Stone Age ein echtes Feuerwerk ab – beste Musik zu bestem Wetter! Nine Inch Nails machten den Tag an der Alternastage zu einem perfekten Erlebnis. Mit einem tollen Sound und einer grandiosen Lichtshow gehörte der Auftritt zu einem unserer Highlights. Die Center bot mit Rival Sons, John Newman, Jake Bugg, Rea Garvey eine sehr poplastige Alternative, die jedoch auch zum Feiern einlud. Für Kasabian war der Tag wohl ein ganz besonderer. Neben ihrem Gig am Ring veröffentlichte die Band am selben Tag auch ihr brandneues Album „48:13“. Mando Diao brachten die Stimmung mit bekannten Songs wie „Down In The Past“, „Dance With Somebody“ und „Gloria“ zum Kochen. Rock am Ring 2014Die Band machte schon zu Anfang ihres Auftrittes klar, dass sich ihre Bandphilosophie mit ihrer aktuellen Platte grundlegend verändert hat. Die 80er-Klänger des neuen Werks waren bei der Liveperformance jedoch schwindend gering. Die Schweden konzentrierten sich eher auf die älteren und bekannteren Songs. Kings Of Leon, die den Abend als Headliner beendeten, setzten nochmal einen drauf und feierten gemeinsam mit den Fans vor der Center eine riesige Party.

Auch am dritten Festivaltag war der heimliche Headliner das warme Wetter in der Eifel. Bei 30 Grad und guter Laune feierten die 85 000 Besuche auch am Samstag eine schweißtreibende Party am Ring. Der Tag war wirklich vollgepumpt mit wahnsinnig guten und angesagten Acts. Rock am Ring 2014Neben Mainact Linkin Park, die am Abend wirklich keinen Hit ausließen, freute man sich u. a. auf Kaiser Chiefs, Alligatoah, Heaven Shall Burn, Fall Out Boy, Rob Zombie, Slayer und Die Fantastischen Vier. Rapper Alligatoah, den wir sehr für seine Musik schätzen, ging bei seinem Auftritt leider etwas unter. Zwar konnten viele seine Songs mitsingen, jedoch zauberte er auch einigen Besucher ein Fragezeichen ins Gesicht. Seine Lieder sind klasse – auch seine komödiantisches Können. Jedoch waren die Parts die fast einem Theaterstück glichen teilweise etwas langgezogen, sodass sich Stille an der Centerstage breitmachte und dies der Stimmung nicht immer gut tat. Seine Show ist perfekt, müsste aber für so ein Festival vielleicht noch einmal überdacht werden. Enttäuscht waren wir ein Stück weit von Frontsängerin Taylor Momsen von The Pretty Reckless, die in der Vergangenheit gerne mal sehr freizügig ihre Auftritte bestritt. Am Ring erschien sie jedoch im langen Top, mit verwuschelten Haaren und Hippie-Brille – ein Outfit was schon fast an Lady Gaga erinnerte. Rock am Ring 2014Musikalisch glänzte die Band jedoch durch ihren Sound und der rauen Stimme die man der Schauspielerin im ersten Moment vielleicht gar nicht zutrauen würde. Ricky Wilson von den Kaiser Chiefs sang bei seinem Auftritt nicht nur mit seiner Band sondern zeigte auch wie sportlich er ist. Mehrmals lief der Sänger von der einen zu anderen Bühnenseite und animierte die Fans zu mehreren Laolen auf. Weiter gehörte die Band auch zu einigen der wenigen die in diesem Jahr die gesamte Breite der Bühne bei ihrem Gig nutzten. Die Interaktion mit dem Publikum war spaßig und machte Lust auf mehr. Auch Fall Out Boy, die zum ersten Mal bei Rock am Ring vertreten waren zeigten ihre Klasse. Ihre Songs waren sehr vielschichtig. Von harten Gitarrenriffs und popigen Elementen war alles dabei. Neben bekannten Songs wie „Thnks fr th Mmrs“  und  „Don’t Care“ überraschte die Band auch mit einer Coverversion von Michael Jacksons „Beat It“. Rock am Ring 2014Bevor dann Die Fantastischen Vier ihre Stagetime hatten, kam es dann wohl dem historischsten Moment in der Geschichte von Rock am Ring. Unter lautem Applaus betrat Festivalveranstalter Marek Lieberberg die Centerstage und bedankte sich in einer bewegenden Rede für die jahrelange Treue der Fans. Weiter erklärte er das es im nächsten Jahr an anderer Stelle auf alle Fälle mit Rock am Ring weitergeh – da war es plötzlich wieder, das Gefühl was wir dank den zahlreichen Bands und der guten Laune verdrängt haben. Das letzte Mal Rock am Ring am Nürburgring. Der Ort der für so viele Leute Geschichte geschrieben hat. Viele haben hier gute Freunde kennengelernt oder verbinden mit diesem Ort einmalige Erlebnisse. Bald sollte dies also alles zur Vergangenheit gehören. Lieberberg traf es in seiner Rede aber genau auf den Punkt als er sagte: „Beton allein macht kein Festival. Stein allein macht keine Legende. Wir sind der Ring!“. Unter tosendem Applaus und unterstützt durch lautstarken „Wir sind der Ring“-Rufe verabschiedete er sich vom Ring, den Musikern und den Fans. Anschließend genoss er noch das Bad in der Menge und bedankte sich persönlich bei den Fans im vordersten Bereich der ersten Welle. Anschließen gab es etwas zu Feiern – den 25. Geburtstag der Fantastischen Vier. Rock am Ring 2014Unter Pyroeffekten betraten die vier Stuttgarter die Stage. Die Setlist war mit Tracks wie „Der Picknicker“, „Sie ist weg“, „MfG“, „Was geht“, „Troy“, „Tag am Meer“ und „25“ vollgestückt mit ihren Hits, die natürlich gefeiert wurden. Auf der Alternastage regierte mit Opeth, Heaven Shall Burn, Rob Zombie und Slayer die Rock-Fraktion. Letztere schienen nicht begeistert von der Tatsache zu sein gegen den großen Headliner Linkin Park auf der nicht weit entfernten Centerstage spielen zu müssen.  Als „Late Night Special“ betrat am Ende des Festivaltages um 01:00 Uhr Jan Delay mit seiner Disko No. 1 die Bühne um die Massen nochmals kräftig einzuheizen.

Rock am Ring 2014Am nächsten Tag stand dann der wirklich letzte Festivaltag am Nürburgring an. Ein letztes Mal wurde bei brütender Hitze noch einmal alles gegeben um die traditionelle Rennstrecke gebührend zu verabschieden. Neben Headliner Metallica, dessen Setlist die Fans im Vorfeld selber via Internetvoting bestimmt hatten, wurde der Festivalsonntag mit Bands wie Avenged Sevenfold, Alter Bridge, Babyshambles, Milky Chance und In Extremo bestritten. Bei dem ohnehin schon heißen Wetter sorgten besonders In Extremo und Avenged Sevenfold mit ihrer Pyroshow für noch mehr Hitze. Traditionell endete Rock am Ring an der Alternastage. Hauptact Marteria mobilisierte noch einmal die letzten Kräfte der Fans und lud zur finalen Party ein. Mit Gaststars wie Casper und Toten Hosen-Frontmann Campino feierten die Massen das letzte Konzert am Ring.

Wir blicken auf eine wirklich gelungene, letzte Rock am Ring-Ausgabe am Nürburgring zurück. Bei extrem guten Wetter hat Marek Lieberberg es wieder geschafft die Crème de la Crème aus Rock und Pop in die Eifel zu lotsen. Wie schon in den letzten Jahren bietete das größte deutsche Musikfestival wieder für jeden Geschmack die passende Musik. Rock am Ring 2014Auch wenn im nächsten Jahr der Standort gewechselt wird, so bleibt der Spirit des Festivals erhalten. Die Fans sowie die gute Musikmischung machen das Festival einzigartig, egal wo es beheimatet ist.

Egal wo Rock am Ring im nächsten Jahr stattfindet – wir sind auf jeden Fall wieder mit dabei!

 

 

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Weitere Fotos und berichte findest du hier in unserem LiveBlog

 

2 Comments »

  1. Sven Haiber 15. Juni 2014 um 20:54 - Reply

    Sehr schön geschrieben, aber ich fand nicht, dass Alligatoah bei seinem Auftritt unterging. Die Fragezeichen in den Gesichten der Meisten kamen wohl eher daher, dass die Meisten einfach nur die ganz neuen Sachen von Alligatoah kennen und nicht die Alten, wie z.B. „Es ist noch Suppe da“ oder „Mein Gott hat den Längsten“ 🙂
    Trotzdem netter Bericht 🙂

  2. Moritz Drews 15. Juni 2014 um 21:44 - Reply

    Ich kann Sven nur zustimmen. Ich fand die Stimmung bei Alligatoah eigentlich ziemlich geil. Aber naja vielleicht auch nur weil ich mitten drin stand 😀

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