Review: Rock am Ring 2015

10. Juni 2015 0
Review: Rock am Ring 2015
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Rock am Ring 2015 – Nach einem turbulenten Jahr feierten vom 05. bis zum 07 Juni am neuen Standort Mendig 90 000 Besucher den ausverkauften 30. Geburtstag des legendären Festivals in der Eifel.

DonotsNachdem Marek Lieberberg gemeinsam mit Mendigs Bürgermeister Jörg Lempertz Rock am Ring eröffnete spielten am Freitag die Donots als Opening-Act auf der Vulcano Stage ein grandiose Show mit viele Stargästen. Schon beim ersten Song unterstützen Vom von den Hosen und Flo von den Sportfreunden Stiller die Ibbenbürener. Auch Sammy von den Broilers hatte ein kurzes Intermezzo.  Die schon anwesende Menschenmasse beim Eröffnungskonzert der Geburtstagssause konnten sich wirklich sehen lassen. Bei sommerlichen Temperaturen lockten die Donots bereits in den frühen Festivalstunden einen Großteil der Besucher auf´s Gelände – rekordverdächtig!

Mit Yellowcard und Bad Religion ging es gleich energievoll weiter. Punk Rock vom feinsten! Auch A Day To Remember ließen die Festivalgemeinde schwitzen und wussten mit ihren kraftvollen Songs die Massen zu begeistern.

Zu den Broilers muss man eigentlich nicht mehr viel sagen. Jedes Konzert der Düsseldorfer ist ein Genuss. Auch in Mendig lieferten Sammy und Co. mehr als nur ab und boten mit ihrem „Noir Beach Club“ die perfekte Musik für diesen heißen Tag.

Nach der soliden Performance von Rise Against, die einen bunt gemixte Setlist aus alten und neuen Songs spielten war es endlich Zeit für den Headliner.

Die Toten HosenDie Toten Hosen gabn sich als Ring-Veteranen als erster Mainact auf dem neuen Gelände die Ehre. Die Show hatte alles was man sich nur wünschen konnte. Neben Klassikern und den bekannten Hits spielte die Band auch einige ältere und teilweise schon fast vergessene Songs. Als es beim letzten Song „You’ll Never Walk Alone“ plötzlich anfing zu regnen fühlte man sich gleich wieder an die guten alten Zeiten am Nürburgring erinnert. Die kräftige Schauer kam genau zur richtigen Zeit.

Auch in den Zelten sowie auf der Crater Stage wurde bei den hohen Temperaturen alles gegeben. Mighty Oaks, Tocotronic und Clueso spielten tolle Gigs und bereiteten die Menge auf den Headliner Marilyn Manson vor, dessen Slot im Vorfeld vielleicht etwas unglücklich gewählt worden war. Trotzdem spielte Manson eine sehr starke Show die seines gleichen suchte. Im Alterna Tent luden u. a. All That Remains, The Ghost Inside und Callejon zur einer fetten Party ein.

Zwecks eines Unwetters, welches in der Nacht über das Festivalgelände zog mussten die geplanten Auftritte von Asking Alexandria, Fritz Kalkbrenner und Animal Trainer gecancelt werden. Marek Lieberberg kam persöhnlich beim laufenden Auftritt von Fritz Kalkbrenner auf die Bühne um das Konzert zu beenden und bat die Menge in den nahegelegenen Zelten Alterna und Club Schutz vor dem drohenden Unwetter zu suchen. Bei mehreren Blitzeinschlägen wurden später leider einige Bühnenarbeiter und Besucher leicht verletzt, diese konnten aber am folgenden Tag jedoch schnell wieder das Krankenhaus verlassen.

Rock am Ring 2015Nach der Hitzeschlacht am Freitag fing der zweite Festivaltag wettertechnisch etwas verhaltener an. Bei bedecktem Himmel startete die Vulcano Stage gewohnt kraftvoll mit Zebrahead, die den Securitys vor der Bühne die Schweißperlen auf die Stirn trieben.

Die US-Amerikaner luden in den noch so frühen Stunden bereits zu einem Crowdsurfer-Wettbewerb ein, sodass die Sicherheitskräfte alle Hände voll zu tun hatten.

Weiter ging der Spaß mit Royal Republic, die neben ihren Hits wie „Underware“ oder „Tommy-Gun“ u. a. einen Song der neuen Platte spielten, welche die Band aktuell in Berlin aufzeichnet.
Mit Interpole folgte dann der schwächste Auftritt des Tages. Leider konnte die Band uns nicht überzeugen. Kaum Aktionen auf der Bühne und keine Interaktionen mit dem Publikum wurden von den meisten Fans mit Desinteresse bestraft. Mit Slash feat. Myles Kennedy & The Conspirators wurde die Stimmung gleich wieder auf ein neues Tageshoch gehoben. Neben Songs der aktuellen Platte spielte der legendäre Gitarrist auch Hits seiner Guns N‘ Roses-Zeit.

KraftklubDer Co-Headliner Kraftklub hatte leichtes Spiel. Die Menge sang wie aus einem Mund all ihre Songs mit. Es war übrigens der vierte Auftritt der Chemnitzer in fünf Jahren. Diese Tatsache spricht für sich! Eine ihrer Zugaben spiele die Band zudem auf einer kleinen Bühne, die in den vordersten Zuschauerbereich reingerollt wurde. Die Stimmung war einfach fantastisch.

Auch Headliner The Prodigy konnten auf voller Strecke überzeugen. Zu der gewaltigen Bühnenshow tanzten die Fans ausgelassen bis spät in die Nacht.
Die Crater Stage stand an diesem Samstag ganz im Motto des Sprachgesangs. Acts wie Trailerpark, Prinz Pi, K.I.Z. und Deichkind sorgen für ein erfolgreiches Kontrastprogramm.

The ProdigyAuch in den Zelten wurde wieder ordentlich gefeiert. Bands wie Three Days Grays, Hollywood Undead und Enter Shikari waren hier die Aushängeschilder.

Am letzten Tag schmerzten zwar schon sämtliche Knochen, aber was muss das muss einfach. Am Finaltag wurden noch einmal alle Kräfte mobilisiert, denn es sollte ein legendärer Abend werden!

Die Zuschauerränge füllten sich vor der Vulcano Stage am letzten Tag eher langsam. Dies lag wohl zum einen an der Tatsache, dass die meisten bereits frühzeitig ihre Zelte abbauten und ihren Kram zu den PKWs brachten und zum anderen an dem zurückliegenden Partymarathon in der letzten Nacht.

Ruen Brothers machten auf der Mainstage den Anfang. Die eher ruhigen Töne des Openers bildeten einen guten Start in den Konzerttag und steigerten die Vorfreude auf die noch folgenden Bands.

Sehr sympathisch wirkten zudem Eagles Of Death Metal, die als nächstes ihren Gig spielten. Frontmann Jesse „The Devil“ Hughes, der bei seinem energiereichen Auftritt übrigens ein Shirt der Beatsteaks trug, brachte das Publikum an diesem Tag zum ersten Mal richtig zum Tanzen. Man merkte der Band förmlich den Spaß an, den sie auf der Bühne hatten.

Zeitgleich auf der Crater Stage überzeugten Godsmack als erste Act des Tages. Die folgenden Acts der zweiten Hauptbühne gehören in der Eifel zweifelsfrei bereits zu den „guten Bekannten“. Mit Papa Roach, Lamb Of God, Parkway Drive, In Flames und Motörhead lieferte die Crater Stage die wohl härtesten Töne des Sonntages. Das Line Up der Stage war an diesem Tag mehr als schlüssig und gut gewählt, sodass viele Besucher gar nicht erst die Bühne wechseln mussten und auf den Headliner Slipknot hinfieberten.

Im Alterna Tent spielten u. a. AnnenMayKantereit, die einige vielleicht schon als Supportact der Beatsteaks kannten. Die junge Band wurde von den Berlinern auf persönlichen Wunsch eingeladen sie bei ihre damaligen Clubtour zu Supporten. Die Aufmerksamkeit die sie mit den Auftritten erlangten nutzte die Band aus Köln um mit einem Crowdfunding-Projekt ihr erstes Album zu finanzieren. Das Geld war in Windeseile zusammen, sodass der Traum von der ersten Platte Wirklichkeit wurde. Nachdem AnnenMayKantereit bereits im Frühjahr eigene kleine Clubkonzerte spielten, staunten sie nicht schlecht als bei ihrem Auftritt bei Rock am Ring ca. 10 000 Fans vor der Bühne standen.

Mit Schmutzki und Turbostaat folgten dann zwei echte Punkbands die mit ihren Gigs ein Ausrufezeichen setzten. Die Shows waren einfach grandios und voller Power bei der man einfach nicht stillstehen konnte.

Rock am Ring 2015Auf der Vulcano Stage spiele Frank Turner mit seinen Sleeping Souls ein fantastisches Konzert. Eigentlich war dieser Slot für Hozier vorgesehen, der seinen Auftritt jedoch kurzfristig absagen musste. Schade ist die Tatsache, dass Frank Turner bereits am Freitag hätte spielen sollen. Viele Fans hofften insgeheim auf einen Gastauftritt des Briten beim Gig der Donots, die in der Vergangenheit gemeinsam den Song „So Long“ aufgenommen hatten. Durch die neue Terminierung war dieses Aufeinandertreffen jedoch nicht mehr möglich. Etwas Gutes hatte die Verschiebung aber auch, denn dadurch konnte Turner anstatt auf der Crater auf der etwas größeren Vulcano Stage spielen. Sein Auftritt war grandios gut. Mit seinen Geschichten verpackt in stimmungsvollen Songs begeisterte er das Publikum. Spätestens als er einen Song komplett in Deutsch sang waren alle aus dem Häuschen.

Auf Bastille freuten sich die weiblichen Fans wohl am meisten. Bereits beim betreten der Bühne wurde hier lautstark gekreischt. Neben ihren Hits „Things We Lost in Fire“ und  „Pompeii“ spielte die Band u. a. auch ein Cover des TLC-Songs „No Scrubs“ sowie „The Rhythm Of The Night“ von Corona.

BeatsteaksMit den Beatsteaks folgte dann eine Band, die Rock am Ring wohl auch als Wohnzimmer bezeichnen dürfte. Die Berliner spielten hier bereits einige legendäre Auftritte an die man sich als Band sowie als Besucher sicherlich gleichermaßen gerne erinnert. Auch den Gig 2015 dürfen sich die Buletten wohl in Gold einrahmen, denn es war wirklich der totale Abriss. Neben dem zum Wetter passenden Song „Summer“, ältere Tracks wie „To Be Strong“ und Hits wie „Jane Became Insane“, “Hand in Hand” und ” I Don’t Care as Long as You Sing” durfte mit “Let Me In” eine der inoffiziellen Rock am Ring- Hymnen natürlich nicht fehlen. Auch in diesem Jahr hockte sich der komplette Zuschauerbereich bei diesem Song  hin und sprang auf Kommando auf und schrie dabei was das Zeug hielt – ein atemberaubendes Bild. Als Zugabe spielten die Beatsteaks zudem u. a. mit „Sabotage“ ein Coverversion des bekannten Beastie Boys-Songs.

Foo FightersDann war es endlich soweit – die Foo Fighters spielten ihren zweieinhalbstündigen Auftritt, dem wirklich kein Superlativ gerecht werden würde. Es war einfach ein unglaubliches Fest. In der Nacht zum Sonntag musste extra für diesen Auftritt die Bühne umgebaut werden. Von der Bühnenmitte ragte ein langer Steg durch das Publikum bis zum Ende des hinteren ersten Wellenbrechers, den Frontmann Dave Grohl bereits vor dem ersten Song „Everlong“ mit einem gewaltigen Sprint einweihte. Die Show bot neben aktuellen Songs der Platte Sonic Highways und einigen älteren Songs alle bekannten Hits wie “The Pretender”, “Times Like These”, “All My Life” oder “Best Of You”. Weiter wurden gemeinsam mit Dave Catching von den Eagles Of Death Metal, anlässlich seines Geburtstages, ein Cover von “Stay With Me” von The Faces auf einer kleinen drehbaren Bühne in der Mitte des Steges gespielt. Mit “Let There Be Rock” von AC/DC und “Under Pressure” von Queen & David Bowie wurden zudem zwei weitere Coversongs gespielt. Die Setlist der Show umfasste 20 grandiose Songs zu denen die Fans den Abschluss der diesjährigen Festivalausgabe feierten. Auch Frontmann Dave Grohl, der damals bereits als Drummer von Nirvana Bekanntheit erlangte, war von den Fans vor der Stage sichtlich angetan. Mehrmals erklärte er, wie toll er es das Festival und die großen Fanmassen vor der Stage finden würde. Als das Publikum dann einen Song minutenlang ohne Instrumente weitersangen fragte Grohl gerührt: “Can I sing with you? Can I join your band?”

SlipknotEine grandiose Festivalausgabe neigte sich langsam dem Ende entgegen. Nachdem die Foo Fighters ihr letztes Lied gespielt hatten wanderten die meisten Fans ein letztes Mal rüber zur Crater Stage um mit Slipknot das Festival kraftvoll zu beenden. Die Band um Corey Taylor setzte den perfekten Schlusspunkt der Jubiläumsausgabe am neuen Standort Mendig.

Mit viel Feuer und lauten Gitarrenklängen wurde bis spät in der Nacht die letzte Band des Wochenendes bejubelt.

Rock am Ring hat in Mendig ein neues zuhause gefunden welches für zukünftige Ausgaben sicher noch sehr viel Potential bietet. Klar kann bei einem solchen Umzug vom Nürburgring innerhalb eines Jahres nicht alles rund laufen. Das sollte auch jedem klar sein! Man merkte jedoch zu jedem Zeitpunkt, dass dem Veranstalter viel daran lag aufkommende Probleme im Keim zu ersticken. Rock am Ring 2015Rock am Ring steuert in eine neue Zukunft mit einer großen und treuen Fanbase sowie mit einer Lokation die seinesgleichen sucht. Mit Mendig braucht man sich vor internationalen Festivals wie dem Coachella oder das Glastonbury Festival wirklich nicht zu verstecken. Marek Lieberberg hat sein „Baby“ Rock am Ring passend zum 30. Geburtstag auf die nächste Stufe befördert. Mit den Fans sowie der Verbandsgemeinde Mendig im Rücken kann man mit breiter Brust getrost in die Zukunft blicken. Es hat sich gezeigt, dass weder ein anderes Festival, noch ein Unwetter diese Gemeinschaft sowie diesen einmaligen Spirit zerstören kann. Rock am Ring – More Than Ever!

 

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