Review: die ärzte – 27.06.2012 Köln Lanxess Arena

28. Juni 2012 1
Review: die ärzte – 27.06.2012 Köln Lanxess Arena
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Nach dem Show in Oberhausen im Mai besuchten wir am 27. Juni in Köln ein weiteres die ärzte-Konzert der laufenden „Das Ende ist noch nicht vorbei“-Tour. Die Lanxess Arena, im Volksmund auch Kölnarena genannt, meldete bereits am Tag des Vorverkaufstarts den Ausverkauft. Wir freuten uns also auf eine volle Arena, in der Rheinmetropole. Um ca. 16:45 Uhr waren auch wir vor Ort.

Im Vorfeld haben wir in der Gruppenphase der Fußballeuropameisterschaft viel gezittert. Denn wäre Deutschland auf dem zweiten Platz der Gruppe B gelandet, hätte man das Halbfinale nicht mitverfolgen können, da der Termin genau auf den Abend des Konzertes gefallen wär. „Et hätt noch immer jot jejange“ – dieser kölsche Spruch passt wohl am ehesten auf diese Situation.

Um 17:30 Uhr wurden dann die Türen geöffnet. Etwas früh für ein Konzert in der Woche wie wir finden. In Oberhausen heizten K.I.Z. die Konzertbesucher ein, doch beim Gig in der Kölnarena gab es diesmal keinen Supportact. Das Konzert sollte, laut der Eintrittskarte, schon um 19:30 beginnen. Doch weit gefehlt! Die beste Band der Welt nahm sich Zeit. Das Konzert startete erst gegen 20:15.

Wie schon in Oberhausen, fehlten auch in Köln die Wellenbrecher. Dies empfanden wir im Vorfeld noch schlimmer als im Mai in Oberhausen, da die Arena um einiges größer ist. Doch das extreme Gedränge blieb auch bei der Show in der Köln aus, wie wir später feststellten. Trotzdem war die Stimmung im Ganzen sehr gut. Vor dem Beginn einer ärzte-Show liefen über die Boxen zur Zeitüberbrückung in den letzten Jahren eigentlich immer Songs, die von der Band selbst ausgesucht worden waren. Ob das in Köln aus so war, wissen wir nicht. Wenn dann nur mit einem breiten Grinsen im Gesicht! Denn anstatt Rockhymnen und bekannte Lieder zu spielen, legte man in der Kölnarena Wert auf Volksmusik. So wurden die Fans 2 Stunden und 45 Minuten lang mit „guter“ und alter Heimatmusik beschallt. Eine Vorband wäre uns da doch lieber gewesen.

Nach dem gesprochenen Intro, beidem der Ansager sich beleidigt fühlte und das Publikum sich erst herzlich entschuldigen musste bevor es weiter ging, fiel der purpurene Vorhang.

Wie auch schon bei den vorherigen Gigs der aktuellen Tour startete die Band mit „Ist das noch Punkrock?“, „Bettmagnet“ und  „Tamagotchi“. Noch waren die Zuschauer des Innenraumes sehr ruhig. Wie schon in Oberhausen bemerkt, zünden die meisten Lieder der aktuellen Platte „auch“ nicht so richtig. Die meisten Zuschauer standen sehr gelassen und mit Platz zum Vordermann da. Nach einer langen und ausgiebigen Begrüßung wurde mit „Hurra“ der erste ältere Hit der Band gespielt. Nun gab es unter den Fans kein Halten mehr. Als nächste Songs wurden „Lied vom Scheitern“, „Ein Mann“ und „Ein Lied für dich“ präsentiert. „Wir sind die Besten“ wurden von Bela und Farin mit einer kleinen Tanzeinlage eingeleitet. Nach „Deine Schuld“ wurden dann von Farin und Rod die Seiten gewechselt. Es folgten die Tracks „Anti-Zombie“ und „Sohn der Leere“ bei dem Rodrigo ein längeres Solo spielte. Damit hatten wohl die wenigsten gerechnet, auch Bela B. und Farin U. sahen sehr überrascht aus. „1/2 Lovesong“ wurde danach dann mit „Das finde ich gut „ eingeleitet.

Neben Songs wie „Zeidverschwändung“, „Schunder-Song“, „Wie es geht“, „Lasse reden“, „Meine Freund“, „Schrei nach Liebe“, „Unrockbar“ und „Junge“ wurden auch einige ältere Lieder, die nicht oft live gespielt werden, ausgepackt.

Hier sind „Mein Kleiner Liebling“, „Popstar“ und „Komm zurück“ zu nennen. Letzterer Song wurde jedoch nur angespielt. Mit „Smoke On the Water“ gab’s dann sogar noch ein gecoverten Track.

Die Kölnarena ist wirklich beindruckend. Auch auf den Tribünen saß keine mehr. Es wurde mitgetanzt und gesungen wo man nur hinblickte.  Besonders bei Farin Urlaubs ausgelebten „Laola“-Fetisch waren die Tribünen gefragt. Die Laola ging erst durch den Oberrang, wechselte dann in den unteren Rang, bevor dann im Stehbereich von vorne nach hinten „durchlaolt“ wurde.

Besonders ist auch noch der Song „Dinge von denen“ zu erwähnen der im letzten Zugabenblock gespielt wurde. Traditionell singt Rod die erste Strophe und den ersten Refrain alleine, bis dann zur zweiten Strophe Bela und Farin in witzigen Kostümen auf der Bühne erscheinen. In Köln trugen die beiden einen schwarzen Umhang, einen Hut, sowie jeweils einen riesengroßen, aufgeblasenen Penis. Das spielen der Instrumente viel Bela und Farin dabei sehr schwer, da immer dieses gewisse „Ding“ im Weg war.

Das Konzert war großartig. 3 Stunden die ärzte pur! Im Vergleich zum Konzert in Oberhausen war das Konzert in der Lanxessarena um Längen besser. Es wirkte alles viel eingestimmter. Auch verspielte sich die Band sich nicht mehr oder vergaß Textzeilen, wie es noch in Oberhausen oft der Fall war. Man muss sich wohl damit abfinden, dass „M&F“ kein Song ist der gut live gespielt werden kann.  Auch in Köln empfanden wir den Track als den schwächsten der Setlist.

Farin spielte zwei Mal die „Köln-Hymne“ an, die die ärzte auf der „Unrockstar“-Tour im Jahr 2004 extra für die Stadt komponierten und bei den damaligen Konzerten am Tanzbrunnen und im Palladium als Running-Gag benutzen. „Es gibt nur eines was wir wölln – Köln, Köln!“ – Schade das es hier keine neuen Reime gab – wär sicherlich sehr lustig geworden. Für die Männer gab es dann auch was zu sehen, zwei Damen zeigten was sie unter der Bluse trugen.

Auch beim Verlassen der Arena, gab es keine Schwierigkeiten. Ohne Gedränge ging es ins Parkhaus . Auch dort lief alles sehr geregelt ab. Das haben wir auch schon anders erlebt.

Ein gelungener Abend. Wir freuen uns auf das Konzert der die ärzte in Düsseldorf auf der „Das Comeback“-Tour.

Setlist

Ist das noch Punkrock?
Bettmagnet
Tamagotchi
Hurra
Lied vom Scheitern
Ein Mann
Ein Lied für dich
Wir sind die Besten
Deine Schuld
Anti-Zombie
Sohn der Leere
Das finde ich gut + 1/2 Lovesong
Zeidverschwändung
Heulerei
Schunder-Song
Fisako
Wie es geht
Mein Kleiner Liebling
Lasse reden
Smoke On the Water
M&F
Popstar
Meine Freunde
Rettet Die Wale
Ignorama
Schrei nach Liebe
Ist das alles
Komm zurück + Rebell

1. Zugabe:
Tittenmaus
Cpt. Metal
Unrockbar

2. Zugabe:
Himmelblau
Perfekt
Junge

3. Zugabe:
Dinge von denen
Geh mit mir
Zu spät

Video

Cpt. Metal live @ Lanxess Arena Köln
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One Comment »

  1. Carlo VB 28. Juni 2012 um 13:13 - Reply

    Das Konzert war wirklich grandios! Wobei ich widersprechen muss: Ich finde Cpt. Metal live deutlich schlechter (schiiiieeefff!) als M&F. 😉

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